Kunstpreis Aachen 2016: Franz Erhard Walther

Der Kunstpreis Aachen wird vom Verein der Freunde des Ludwig Forum, der Stadt Aachen und der Aachener Wirtschaft gestiftet. Er wird alle zwei Jahre von einer internationalen Jury an prominente Künstler vergeben, denen die internationale Kunstszene wesentliche Impulse verdankt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und mit einer Ausstellung im Ludwig Forum verbunden.
Franz Erhard Walther (*1939) gehört fraglos zu den einflussreichsten Künstlern der vergangenen Jahrzehnte. Kaum ein Kunstschaffender hat die Definition, was Skulptur sein kann, derart frühzeitig und nachwirkend verändert wie er. Durch seine partizipativen Objekte und Textilskulpturen hat er das Verständnis von Kunst sowie das Verhältnis von Kunst und Betrachter einer grundlegenden Neubewertung und Erweiterung unterzogen. Nicht zuletzt auch durch seine langjährige Lehrtätigkeit hat er zahlreiche zeitgenössische Künstler ausgebildet und inspiriert.
Wenn es in der Definition des Kunstpreis Aachen heißt, dass der oder die Ausgezeichnete die internationale Kunstszene mit wesentlichen Impulsen bereichert hat, dann dürfte diese Definition innerhalb der letzten Jahrzehnte für kaum einen Künstler bzw. Künstlerin zutreffender sein als für Franz Erhard Walther.

Jury Kunstpreis 2016: Prof. Dr. Pia Müller-Tamm (Direktorin der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe), Dr. Thomas Köhler (Direktor der Berlinischen Galerie), Rein Wolfs (Intendant der Bundeskunsthalle, Bonn), Dr. Andreas Beitin (Direktor Ludwig Forum Aachen), Ernst Höhler (1. Vorsitzender des Vereins der Freunde des Ludwig Forum e.V.).

Franz Erhard Walther. Handlung denken

Anlässlich der Verleihung des Aachener Kunstpreises richtet das Ludwig Forum im Sommer diesen Jahres Franz Erhard Walther eine Einzelausstellung aus. Seit den 1960er-Jahren hat Walther wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation den traditionellen Skulpturbegriff hinterfragt, erweitert und nachwirkend verändert. Den eigenen Körper, Zeit, Raum, Sprache oder Gestik – all diese „Materialien“ bezieht Walther bei seinen bildhauerischen Arbeiten oder Installationen mit ein. Der Betrachter wird dabei aus seiner passiven Haltung befreit und zu einer intellektuellen, emotionalen und zum Teil auch physischen Auseinandersetzung mit Walthers „Handlungsobjekten“ nicht nur angeregt, sondern er ist notwendig, um die jeweilige Skulptur in ihrer Ganzheit „geschehen“ zu lassen.
Die Aachener Ausstellung präsentiert eine für das Werk repräsentative Auswahl Textilarbeiten, Bodenskulpturen, sowie Werkzeichnungen aus verschiedenen Dekaden, und beleuchtet so Franz Erhard Walthers zentrale Rolle als Pionier der Partizipationskunst.

Franz Erhard Walther

Kunstpreis Aachen 2016

Preisverleihung und Eröffnung

Do 01.06.2017, 19 Uhr

Laudatio: Prof. Dr. h.c. mult. Peter Weibel